Bundesliga Tipps: wer wird deutscher Meister, wer steigt ab?

By | 13. Januar 2017

Die Frage nach dem deutschen Meister 2017 wurde vor Saisonbeginn von den deutschen Bundesliga-Trainern nahezu durchwegs mit „FC Bayern München“ beantwortet. Lediglich Dortmund-Coach Thomas Tuchel, der sich nicht festlegen wollte und Hertha BSC-Trainer Pal Dardai, der Leverkusen ganz oben auf dem Zettel hatte, waren anderer Meinung. Carlo Ancelotti hatte in der dpa-Umfrage den BVB und Leverkusen als härteste Konkurrenten im Titelkampf ausgemacht.

Doch nach den ersten 16 Spieltagen zeigt sich ein Bild, das man so nicht erwartet hätte. Der FC Bayern hat den Jahreswechsel zwar an der Tabellenspitze verbracht, doch der Vorsprung von drei Zählern ist alles andere als beruhigend. Die Zeiten, in denen manch Wettanbieter nicht einmal das Ende der Hinrunde abgewartet haben, um den FCB zum Deutschen Meister zu erklären, wiederholen sich in dieser Saison nicht.

Bundesliga Tabelle

Herbstmeister steht erst Ende Januar fest

Zwar wird die erste Saisonhälfte erstmals in der Bundesliga erst nach dem Jahreswechsel mit dem 17. Spieltag vom 27. bis zum 29. Januar abgeschlossen, doch der Abstand ist zu klein, um den Münchnern bereits jetzt zum Titelgewinn zu gratulieren.

Allerdings heißt der erste Verfolger des Rekordmeisters nicht wie erwartet Borussia Dortmund oder Bayer Leverkusen, sondern RasenBallsport Leipzig, der eine sensationelle Bundesliga-Premierensaison hinlegt und als einzige Mannschaft mit dem FCB auf Tuchfühlung bleiben konnte. Vom 11. bis zum 13. Spieltag haben die Sachsen den Bayern sogar die Tabellenführung abjagen können.

Bundesliga Rückrunde erster Spieltag mit Tipps von wettfreunde.net

Abbildung oben: der erste Spieltag der Bundesliga Rückrunde nach der Winterpause – die Quoten zu den einzelnen Spielen stammen von der Seite http://www.wettfreunde.net/bundesliga-quoten/

Doch an der Favoritenstellung des FC Bayern in der Meisterfrage gibt es nach wie vor nichts zu rütteln. Zwar hat die Elf von Carlo Ancelotti die eine oder andere Schwäche gezeigt, doch mittlerweile scheinen die Zahnräder immer besser ineinanderzugreifen. Auch bei den Münchnern geht ein Trainerwechsel nicht gänzlich spurlos vorüber.

Die Auswirkungen halten sich im Prinzip in Grenzen, auch wenn der Vorsprung mit drei Punkten nach 16 Spieltagen ungewohnt klein ist. Zum Vergleich: in den letzten Jahren lagen die Münchner nach 16 Spielen fünf (Saison 2015/16), elf (2014/15), sieben (2013/14) und elf (2012/13) Punkte in Front. Vor fünf Jahren betrug der Vorsprung ebenfalls drei Zähler, der Meister hieß am Saisonende Borussia Dortmund.

FC Bayern hat die Grenzen von Leipzig aufgezeigt

Ein ähnliches Schicksal ist nicht zu erwarten. Zumindest die Online-Bookies gehen nicht davon aus, dass sich die Münchner auf ihrem Weg zum fünften Meistertitel in Serie aufhalten lassen werden. Zwar ist Leipzig verhältnismäßig knapp dran, doch das direkte Duell unmittelbar vor dem Jahreswechsel hat den Unterschied zwischen dem Rekordmeister und dem aufmüpfigen Aufsteiger deutlich aufgezeigt. Die Elf von Ralph Hasenhüttl war schlicht gesagt chancenlos.

Wenn die Bayern ihre gewohnte Leistung abliefern, dann dürften sie nicht aufzuhalten sein. Vor allem, da die vermeintlich größten Herausforderer bereits abgeschlagen sind: der BVB ist mit dem Kampf um einen Platz in der Champions League beschäftigt. Bayer Leverkusen, von Dardai im August sogar zum Meistertipp geadelt, musste die Winterpause gar weitab der internationalen Ränge verbringen.

So sensationell die bisherige Performance der Leipziger war, die Chancen auf den Titelgewinn sind recht gering. Allerdings ist die namhaftere Konkurrenz noch weiter abgeschlagen und dürfte in der Meisterfrage dementsprechend chancenlos sein. Hertha BSC, aktuell auf Platz drei der Tabelle, liegt bereits neun Punkte hinter den Münchnern, der BVB liegt ein Dutzend Zähler hinter dem Erzrivalen.

Es deutet alles darauf hin, dass sich die Bayern zum fünften Mal in Folge die Meisterschale sichern werden, der Weg dahin dürfte allerdings steiniger sein als erwartet.

Wettquoten für den Meister der Bundesliga auf fussballportal.de

Abbildung oben: die aktuellen Wettquoten für den deutschen Meister der Saison 2016/17 zusammengefasst von fussballportal.de

Abstieg: Erwischt es einen Großen?

Besondere Brisanz liefert der Abstiegskampf. Der SV Darmstadt dürfte angesichts des Rückstandes von acht Punkten auf das rettende Ufer nicht mehr zu retten sein. Allerdings sind die Hessen noch weit davon entfernt, die Flinte ins Korn zu werfen. Mit Torsten Frings wurde ein neuer, hungriger Trainer geholt, der zuletzt drei Jahre lang als Co-Trainer in Bremen tätig war. Darmstadt ist die erste Station als Chef-Coach.

Ob es dem 40-Jährigen gelingt, das Ruder noch einmal herumzureißen ist mehr als fraglich. Die Darmstädter werden mittlerweile schon als Fix-Absteiger gehandelt. Kein Wunder, denn der Rückstand auf Platz 15 beträgt acht Zähler. Das ist genau die Anzahl an Punkten, die die Hessen bisher in 16 Spielen erobern konnten. Der Platz in der Relegation ist fünf Zähler entfernt.

Während der erste Abstiegsplatz fix vergeben scheint, ist das Gerangel um den zweiten Fix-Abstiegsrang bzw. Relegationsplatz groß. Gleich sieben Teams gehen mit besonders angespannten Nerven ins neue Jahr. Der FC Ingolstadt rangiert auf dem 17. Platz, liegt aber nur ein Pünktchen hinter dem HSV, der neuerlich um seine Bundesliga-Existenz zittern muss.

Die Schanzer gehören zum engen Kreis der besonders gefährdeten Teams, da der FCI im Gegensatz zur unmittelbaren Konkurrenz auf dem Transfermarkt keine großen Sprünge machen kann. Daher ist es sehr zweifelhaft, ob Ingolstadt die Klasse halten kann.

HSV will sich rasch aus dem Abstiegskampf verabschieden

Der Hamburger SV hat sich mit Mergim Mavraj in der Abwehr verstärkt. Ein Transfer, der angesichts von 31 Gegentoren bitter notwendig war. HSV-Trainer Markus Gisdol hofft, sich so schnell wie möglich aus dem Abstiegskampf verabschieden zu können.

Video: muss der Hamburger SV abermals in die Relegation wie hier gegen Karlsruhe?

Bei Werder Bremen erhofft man sich durch die Ankunft Thomas Delaney eine deutliche Verbesserung in der Defensive. Diese tut auch not, denn Werder ist mit 34 Gegentoren die Schießbude der Liga. Da könnte der 2,5-Millionen Euro-Mann vom FC Kopenhagen im defensiven Mittelfeld Abhilfe schaffen.

Auch Borussia Mönchengladbach und der VfL Wolfsburg haben in der laufenden Saison ihr blaues Wunder erlebt und müssen sich des Abstiegsgespenstes erwehren. Beide Teams halten zum Jahreswechsel wie der SVW bei 16 Punkten und müssen schleunigst auf Touren kommen.

Während es die Fohlen mit dem in Wolfsburg gefeuerten Dieter Hecking auf der Trainerbank (und Innenverteidiger Timothée Kolodziejczak vom FC Sevilla) versuchen, haben die Niedersachsen den Transfermarkt abgegrast. Der Großteil der kolportieren 40 Millionen, die Paris Saint Germain für Julian Draxler springen ließ, wurden in Neuverpflichtungen wie zum Beispiel Yunus Malli, Riechedly Bazoer und Paul-Georges Ntep gesteckt.

Auch für Schalke 04 könnte es im Frühjahr noch eng werden

Mit dem FC Schalke 04 befindet sich ein weiterer ganz prominenter Name im Kreis der Abstiegskandidaten. Der Vorsprung auf den Relegationsplatz beträgt fünf Zähler, die Knappen sind also immer noch in Gefahr. Wenn nicht bald die Trendwende gelingt, dann könnte es für Trainer Markus Weinzierl sehr eng werden.

Man hat erwartet, dass sich der FC Augsburg nach dem Abgang seines Erfolgstrainers Weinzierl schwer tun wird. Dass allerdings Nachfolger Dirk Schuster bereits nach wenigen Monaten entlassen wird, kam überraschend. Nachfolger ist Manuel Baum, der die Fuggerstädter, die nach 16 Spieltagen punktemäßig gleichauf mit Schalke liegen, schnell in sichere Tabellengefilde führen soll.

Angesichts der aktuellen Tabellensituation scheinen die Positionen ganz an der Spitze und im Tabellenkeller einzementiert zu sein. Die Bayern dürften sich auf dem Weg zur 27. Deutschen Meisterschaft nur ganz schwer aufhalten lassen, auch wenn Leipzig noch am Rekordmeister dran ist. Für Darmstadt sieht es hingegen sehr düster aus, es stehen allerdings noch 18 Spieltage aus. Manch ganz großer Name muss noch gehörig um den Klassenerhalt zittern.

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